Lauftreff Guido Alt-Marl e.V.

Wie alles begann ...

Der zündende Funke aus Berlin, im Jahr der deutschen Wiedervereinigung  

Berlin und Marl liegen nur einen Katzensprung nah: Aus der Hauptstadt sprang 1990, drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung, der Funke über nach Marl, der Begeisterung für den Laufsport entzündete und zur Gründung des LT Guido führte.

Am 30. September 1990 klebte Heino Haumann, Gründungsmitglied und bis heute im Vereinsvorstand, vor dem Fernseher. Erstmals wurde ein Marathon live übertragen, bis hin nach Japan.

Unter den 25 000 Läuferinnen und Läufern aus 61 Nationen, gefeiert von einer Million Zuschauern am Straßenrand, lief auch ein Marler durchs Ziel. „Unter dem Brandenburger Tor habe ich angehalten. Es war überwältigend", erinnert sich Ludger Breitfeld. Damals ahnte er nicht, dass er der erste Vorsitzende des LT Guido werden würde.

Zuhause klingelte wenig später sein Telefon. Heino Haumann hatte das Lauffieber gepackt und er bat Nachbar Breitfeld um Trainingsunterstützung. „Ich wusste, dass Ludger ein erfahrener Top-Läufer war. 1991 hatte er in München den Marathon in 2:48:26 Stunden gelaufen!" Seine persönliche Bestzeit , unzählige Marathons folgten, Ende offen.

Gemeinsam nahmen Breitfeld und Haumann das Lauftraining auf. „Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, beim Boston-Marathon zu laufen," erzählt Breitfeld. „Dort gabe es eine hoch angesetzte Qualifikations-Zeit von 3:15 Stunden. Das bedeutete intensives Training." Aus Boston wurde Berlin. 1992 liefen Breitfeld und Haumann nebeneinander nach 3:12,22 Stunden durchs Ziel.

Aufbruchstimmung in Alt-Marl!

 In Alt-Marl herschte zu dieser Zeit Aufbruchstimmung. Viele Menschen im Stadtteil wollten nicht hinnehmen, dass das Guido-Heiland-Bad, eröffnet am 13.7.1924, von der Stadt geschlossen werden sollte. 1991 wurde eine Bürgerinitiative gegründet. Aus ihr ging der Verein Volksbad Marl e.V. hervor, der das Traditionsbad bis heute ehrenamtlich betreibt.

 „Die Bad-Initiative suchte nach Aktionen, mit denen nötiges Geld in die Kasse gespielt werden könnte", erzählt Haumann. „Wir machten uns damals Gedanken über eine sportliche Aktion für die Sportstätte Guido-Heiland-Bad. Ein Schwimmwettkampf lag zuerst nah, aber Schwimmer mögen kein kaltes Wasser, wenn es um Leistung geht. So kamen wir auf die Idee, einen Volkslauf anzustoßen."

 In organisatorisches know-how hatten Breitfeld und Haumann bei der LG Haltern reingeschnuppert, der beide beigetreten waren. Nun galt es Mitstreiter zu gewinnen. Die ersten saßen bei der Doppelkopf-Runde am Tisch. Norbert Nölle, heutiger 1. Vorsitzender, gehörte dazu. Nach kurzer, „hemdsärmeliger" Vorbereitung war dann der große Tag der „Spontanveranstaltung" da:

 
1. Guido-Lauf am 8. August 1992

 Am 8. August 1992 fand der 1. Guido-Heiland-Bad-Volkslauf statt!

 „Am gleichen Tag holte sich Dieter Baumann mit seinem spektakulären 5000m-Lauf die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Barcelona!", erinnert sich Norbert Nölle.

 Es war ein extrem heißer Tag. Aus dem Stehgreif kamen 204 Teilnehmer! Unter ihnen einige britische Soldaten, die in Dülmen stationiert waren und am Volkspark mit ihren Tätowierungen bleibenden Eindruck hinterließen. Die Siegerehrung fand auf dem Drei-Meter-Brett statt. Spektakuläre Aktion: Ein Kanufahrer ließ sich steil vom Sprungbrett ins Wasser fallen! 

Der 1052 m Lauf war als "Radio FiV-Lauf" angesagt. 1052 war die damalige Sendefrequenz, und der Sender war zur Liveübertragung beim Lauf dabei. Beim 420 m-Bambini-Marathon (Marathon-Distanz 42 km) gingen die Jüngsten an den Start. Said Amezian, später Gründungsmitglied des LT Guido, trug sich ein unter "Vereinsname: Schick die Ille". Die „Kommandozentrale" war in Norbert Nölles Elternhaus-Garage am Volkspark eingerichtet: "Die Zeitwertung machten wir damals mit einer Art Rechenmaschine, aus der ein Papierstreifen wie ein Kassenzettel im Supermarkt, kam", erinnt sich Ludger Breitfeld. Im Ziel wurden die Startnummern aufgeschrieben, dann manuell in den PC eingetippt. Starken Eindruck hatte auch der grüne „englische" Doppeldecker-Bus mit Freideck hinterlassen, den "Runner's point" geschickt hatte.

 
Vereinsgründung 1995

 Nachdem alles wunderbar, aber quasi von der Hand in den Mund gelaufen war, sollte für das nächste Jahr eine offizielle Streckenvermessung durch den Leichtathletikverband erfolgen. Zudem sollte der Volkslauf im DLV-Lauf-Kalender publiziert werden. Das ging jedoch nur als Mitgliedsverein des DLV. So wurde eine Vereinsgründung beschlossen. Keine einfache Sache! Es dauerte schließlich drei Jahre, bis der Lauftreff Guido Alt-Marl am 20.12.1995 ins Vereinsregister eingetragen werden konnte.

 
12 Gründungsmitglieder unterschrieben im "Haus Capelle"

 Das Gründungsprotokoll wurde am 3.7.1995 im „Haus Capelle" von zwölf Gründungsmitgliedern unterschrieben: Ludger Breitfeld, Heino Haumann, Norbert Nölle, Clemens Arens, Hans-Georg Seibring, Norbert Drees, Clemens Haumann, Bernd Haumann, Said und Sabine Ameziane, Martin Tewes und Klaus Harms.

Dem ersten Vorstand des LT Guido gehörten an: Ludger Breitfeld (1. Vorsitzender), Heino Haumann (Kassierer), Norbert Nölle (Schriftführer). Als Jahresbeitrag wurde 12 Mark festgelegt, heute sind es 12 Euro.


Die erste Laufgruppe

Zu einem Laufverein gehört das Angebot eines Lauftrainings und so wurde 1996 die erste Lauftrainingsgruppe ins Leben gerufen.